Herausgeber/-in Ullrich Schwarz
Herausgeber/-in Hartmut Frank

neue heimat.
Das Gesicht der Bundesrepublik.
Bauten und Projekte 1947 – 1985

Schriftenreihe des Hamburgischen Architekturarchivs, Bd. 38
808 Seiten
960 historische und Farbabbildungen
Hardcover mit Fadenheftung und 2 Lesebändchen
Format 23 x 28 cm
ISBN 10: 3-86218-112-X
ISBN 13: 978-3-86218-112-4
79.00 €
Februar 2019



Die Neue Heimat hat zwischen 1947 und 1985 Hunderttausende von Wohnungen in der Bundesrepublik errichtet. Sie war der größte Wohnungsbaukonzern Europas. Nach dem Motto »Wir machen alles« baute sie auch Universitäten, Kongresszentren, Großkliniken, Hotels, Schulen, Ferien-, Einkaufs- und Sportzentren bis hin zum Fernsehturm und zur Seilbahn. Der Konzern prägte das Gesicht der Bundesrepublik nachhaltig – städtebaulich und architektonisch.

Die Neue Heimat war Flaggschiff der gewerkschaftlichen Gemeinwirtschaft, die als Alternative zu einer strikt auf Profit bezogenen kapitalistischen Ökonomie gedacht war. Ihr Konzept war an sich überzeugend: Man bot sich als Generalunternehmer an, lieferte Komplettangebote und versprach niedrige Preise. In der Wiederaufbauzeit nach dem Krieg und im »goldenen Zeitalter« zwischen 1957 und 1973 verkörperte die Firma die Hoffnung auf ein besseres Leben für breite Bevölkerungsschichten … bis die sozialdemokratische Utopie ins Wanken geriet und die Firma in den 80er Jahren für die sprichwörtliche »1 DM« abgewickelt wurde. Das Buch ist die erste umfassende Dokumentation der wichtigsten Projekte der Neuen Heimat in Deutschland und im Ausland. Weitere Themen: Design und Ausstattung der Bauten und das Verhältnis des Konzerns zu den Medien. Eine Fülle unveröffentlichter Fotos und Pläne vermitteln einen in dieser Form bisher nicht möglichen Zugang zu einer der prägendsten Phasen unserer Geschichte.

Mit Beiträgen von Norbert Baues, Robert Galitz, Karl Heinz Hoffmann, Gert Kähler, Peter Kramper, Lars Quadejacob, Dirk Schubert und Ullrich Schwarz

Aus dem Projektekatalog der NH:
Buntekuh, Lübeck – Collini Center, Mannheim – Congress Center HH – Elbe Einkaufszentrum, HH – Feriensiedlung Port Grimaud, Frankreich – Gartenstadt Hohnerkamp, HH – Hotel und Kongresszentrum Monte Carlo – Internationales Congress Centrum Berlin – Klinikum Aachen – Mümmelmannsberg, HH – Nordweststadt, Frankfurt – Neuperlach, München – Wohnungsbau in Ghana

»Sie [Die Neue Heimat] errichtete Hunderttausende Wohnungen, ließ dazu auch riesige Siedlungen aus Hochhäusern entstehen. … Den Immobilienkonzern Neue Heimat gibt es schon lange nicht mehr, seine Gebäude schon … Eine Publikation des Hamburger Architekturarchivs […] widmet sich dringlichen Fragen: Wie geht man mit den Bauten um, jetzt, da sie alt geworden sind? Was lernt man aus damaligen Verdichtungskonzepten in einer Gegenwart, in der wieder günstiger Wohnraum benötigt und nach weiterer Verdichtung gerufen wird?«
U. Knöfel, Der Spiegel

»Erstmals ist jetzt ein Buch erschienen, das den Werdegang des international agierenden Hamburger Gewerkschaftsunternehmens beleuchtet und dabei sein Selbstverständnis, seine Leistungen und sein Scheitern in den Blick nimmt. … ›Es ist ein zeitgeschichtlich bedeutendes Werk‹, sagt die Hamburger Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen [Dorothee Stapelfeldt] über das gewichtige Buch. … Der reich bebilderte Band dringt tief in die Materie ein und dokumentiert alle Entwicklungsphasen des Konzerns bis zu seinem Untergang 1986 infolge einer Finanzaffäre um den Vorstand unter dem Vorsitzenden Albert Vietor.«
J. Pohle, Die Welt

»Noch heute ragt am Lübecker Tor ein schmales Hochhaus in Hamburgs Himmel: von hier oben steuerte der Vorstand der Neuen Heimat den Wiederaufbau der Bundesrepublik. … 1982 enthüllte Der Spiegel, dass sich der Vorstand persönlich bereichert hatte. Der Neue-Heimat-Skandal war einer der größten der alten Bundesrepublik … Die Hamburger Architektenkammer und der Dölling und Galitz Verlag haben heute ein Buch herausgegeben, das die Geschichte dieses Giganten erzählt, entsprechend ist sein Gewicht: fast 4 Kilo schwer und über 800 Seiten lang.«
R. Asseyer, NDR 90,3
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