Herausgeber/-in Susanne Rau
Herausgeber/-in Gerd Schwerhoff

Topographien des Sakralen
Religion und Raumordnung in der Vormoderne
deutsche, englische und französische Beiträge
448 Seiten
19 Farb- und 110 s/w-Abb.
Broschur
Format: 21 x 26,8 cm

ISBN 10: 3-937904-74-3
ISBN 13: 978-3-937904-74-0
49.80 €
Oktober 2008
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In 20 Beiträgen international renommierter Wissenschaftler untersucht dieses reich bebilderte Buch die Beziehung zwischen Räumen und religiöser Kultur in Christentum, Judentum und Islam, v.a. in der Vormoderne. Im Zentrum der erhellenden Studien stehen die sich wandelnden Praktiken von Sakralität bezüglich religiöser Räume in dieser Epoche schwerwiegender religiöser Konflikte. Das Buch ist damit von gegenwärtiger Brisanz.

Während heutige westliche Gesellschaften mit Verfall, Schließung oder Umnutzung von Kirchen konfrontiert sind, waren Gotteshäuser in Mittelalter und Früher Neuzeit – neben Gasthäusern, Rathäusern, Marktplätzen und Häfen – zentrale öffentliche Räume. Da alle Gesellschaften auf topographische Ordnungen angewiesen sind, spiegelt sich in den räumlichen Erscheinungsformen des Sakralen immer auch eine Besonderheit ihrer religiösen Kultur wider. In zwanzig deutsch-, englisch- oder französischsprachigen Essays werden Konzepte, Entstehungsprozesse, Nutzungen und Wahrnehmungen von religiösen Räumen untersucht. Wie und weshalb bildeten religiöse Kulturen räumliche Ordnungen aus? Es geht bei der Beantwortung dieser Frage nicht nur um Kirchenräume, Synagogen und Moscheen, sondern auch um Gebäudeensembles, Topographien, Landschaften und Kommunikationsnetzwerke. Das Buch basiert auf einer Konferenz des internationalen akademischen Netzwerks »Social Sites – Öffentliche Räume – Lieux d’Échanges«.

Susanne Rau ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Sonderforschungsbereich »Institutionalität und Geschichtlichkeit«, Gerd Schwerhoff ist Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Technischen Universität Dresden.

»Die facettenreiche Diskussion schärft den Blick für die Konstruktion und Wahrnehmung religiöser Räume.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Im Ergebnis erläutert diese forschungsgeschichtlich inspirierende, wissenschaftlich gründliche, historisch materialgesättigte, thematisch facettenreiche und theoloisch relevante Publikation tatsächlich einige mögliche Ausprägungen dessen, was Gerd Schwerhoff einleitend als ›Sakralitätsmanagement‹ benennt. Auf je andere Weise … unterstreichen die Autorinnen und Autoren der Beiträge, wie wichtig es ist, zwischen einem Raum als solchem und seiner Wahrnehmung zu unterscheiden … Die Leistung der Herausgeber ist kaum zu überschätzen.«
Theologische Literaturzeitung

»Gerd Schwerhoff beharrt in seiner profunden, Theorie und Empirie verbindenden Einleitung auf der Leitdifferenz von profan und heilig. Sie ist nicht essentialistisch, sondern phänomenologisch zu verstehen … Religiöse Räume als soziale Räume, in denen transzendente Wirklichkeitsbehauptungen symbolisiert und sozialisiert wurden, waren stets durch das Spannungsverhältnis zwischen der Auratisierung der Symbole und deren kommunikativer Anschlussfähigkeit geprägt, das immer wieder neu austariert werden musste.«
Zeitschrift für Historische Forschung
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