Autor/-in Doris Foitzik
Herausgeber/-in Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH)

Jugend ohne Schwung?
Jugendkultur und Jugendpolitik in Hamburg 1945-1949

Forum Zeitgeschichte, Bd. 12
280 Seiten
Broschur
Format: 16 x 24 cm
ISBN 10: 3-935549-71-7
ISBN 13: 978-3-935549-71-4
25.00 €

Artikel vergriffen


Hamburg zwischen Kriegsende und Wirtschaftswunder: Die Jugendlichen hamstern, chinchen auf dem Schwarzen Markt und klauen Kohlen. Pädagogen sehen die Entwicklung mit Sorge. schwunglos und nihilistisch sei die junge Generation, zu früh erwachsen geworden, ohne Ideale und Lebensfreunde. War es wirklich eine Jugend ohne Jugend, die da heranwuchs? Die Studie begibt sich auf Spurensuche.

Zahlreiche Zeitzeugen berichten über ihren Alltag in Trümmern aber auch über ihre Freizeitvergnügungen. Denn trotz Hunger und Kälte genossen viele Jugendliche die neue Freiheit. Sie gingen tanzen und ins Kino, hörten die lange geächtete Swing-Musik, wollten sich ablenken und amüsieren.

In der Hamburger Jugendbehörde versuchte man derweil, die bewährten jugendpflegerischen Konzepte aus den zwanziger Jahren wieder zu beleben. Gefördert wurden vorrangig die neu gegründeten Jugendorganisatioen. Mit Volkstanz und Volksmusik sollte die Jugend von der „flachen Unterhaltung“ weggeführt werden. Aber die jungen Individualisten verteidigten ihre privaten Nischen. Zwischen Trümmern und Ruinen kristallisieren sich die Anfänge einer neuen, nicht institutionell gelenkten Jugendkultur heraus.

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