Autor/-in Michael Batz

Das Haus des Paul Levy.
Rothenbaumchaussee 26

560 Seiten
90 Abbildungen
Hardcover mit Fadenheftung und Lesebändchen
Format 15,6 x 22 cm
Auf der Longlist der Stiftung Buchkunst 2022
ISBN 10: 3-86218-146-4
ISBN 13: 978-3-86218-146-9
32.00 €
November 2021 (2. Auflage 2022)
in den Warenkorb


Anfang der 1920er-Jahre tun sich einige wohlhabende, liberale, jüdische Bürger und Bürgerinnen zusammen und errichten in der Rothenbaumchaussee 26 das erste baugenossenschaftliche Projekt Hamburgs. Das zunächst als Skandal empfundene Gebäude der Architekten Gebr. Gerson mit der modernen dunklen Klinkerfassade vis-à-vis zum Curiohaus wird bald zu einem einzigartigen Schauplatz der Zeitgeschichte. Bewohnt von prominenten Bankern, Sportlern, Künstlern und in direkter Nähe zu Grindelviertel und Bornplatzsynagoge, spiegelt das Haus das Selbstverständnis deutscher Juden wider – bis zu ihrer Ausgrenzung, Vertreibung und »Arisierung« der Wohnungen. In einer Fülle von Details wird Familienschicksalen nachgespürt, verblüffende Zusammenhänge werden in Hamburg und der ganzen Welt aufgezeigt.

– Eine neue Form, deutsch-jüdische Geschichte zu erzählen
– Bewegende Familienschicksale von 1922 bis 1948
– Die Geschichte eines einzigartigen Hauses in 100 Kapiteln
– Festjahr »1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland«

In mehrjähriger Recherchearbeit mit Kontakten in die USA, Kanada, Israel, Argentinien, England und Spanien zeichnet Michael Batz ein spannungsreiches Panorama von Heimat und Diaspora, von Hoffnung und ihrer Zerstörung durch die Nationalsozialisten. Die Welt der Dokumente und Akten überführt der Autor in einen fesselnden Jahrhundertroman. 100 Kapitel mit globaler Dimension, deren Nachgeschichten sich bis in die heutige Gegenwart zu einem literarisch vielschichtigen Porträt der Kraft der Erinnerung und der Erneuerung verdichten. Mit einem Vorwort eines ehemaligen Bewohners des Hauses, ZEIT-Herausgeber Josef Joffe, und einem Interview mit dem Autor zu seiner Recherchearbeit.

Michael Batz ist Autor, Theatermacher und Lichtkünstler in Hamburg. Zu seinen vielbeachteten Arbeiten zählen Projekte der Erinnerungskultur, u.a. für die Hamburgische Bürgerschaft, und internationale Lichtinszenierungen wie die Biennale »Blue Port«. Im Oktober 2021 wurde ihm der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen, eine Würdigung seiner zahlreichen künstlerischen Arbeiten im Bereich Erinnerungskultur und Lichtgestaltung.

»Es ist ein Kleinkosmos der Geschichte des Zwölfjährigen Reiches, der deutsch-jüdischen Beziehungen, der Stadt, der Geschichte schlechthin.«
Christine Brinck, Neue Zürcher Zeitung

»Batz bringt Licht in ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte ... Herausgekommen ist ein detailreicher Tatsachenroman mit hundert Kapiteln für ein Jahrhundert Rothenbaumchaussee 26.«
Nina Gessner, Hamburger Morgenpost

»Auf fünf Stockwerken mit zehn Wohnungen und einem Luftschutzkeller tut sich ein ganzer Kosmos von Leid und Leistung, Musik und Malerei, Sport und Politik auf.«
Josef Joffe, Die Zeit

»Batz spürte Schicksale und Begebenheiten um die Rothenbaumchaussee auf und erzählt sie in seinem Buch sachlich und zugleich jedoch spannend, sehr verständlich und auf eine wunderbare Weise lehrreich. Obendrein regen die Geschichten wiederum an, selbst andere Schicksalswege weiter zu recherchieren, obgleich ein noch tieferes Eintauchen kaum möglich ist.«
Heike Linde-Lembke, Chaverim

»Ein bewegendes Buch«
Alstertal Magazin

»Er [Batz] taucht bei seiner Recherche tief in das Leben der Protagonist:innen oder im Falle seines letzten Buches in den Geist des Hauses ein. Und schafft es sie für die Leser:innen lebendig werden zu lassen ... Die Geschichte der Rothenbaumchausee 26 zeichnet die Entstehung des Dritten Reiches aus nächster Nähe. Nationalsozialist:innen und Jüd:innen lebten Wand an Wand in diesem Haus. In den 1920er Jahren luden sich die jüdischen Bewohner:innen zu Dinnerfeiern ein, spielten Schach und musizierten gemeinsam. Dann wendet sich die Geschichte ...«
Lilly Brosowsky, FINK

»Es ist die Biografie eines ungewöhnlichen Gebäudes, die Geschichte seiner teils prominenten Bewohner von der Weimarer Republik über das ›Dritte Reich‹ bis in die frühe Bundesrepublik ... In 100 Kapiteln zeichnet der Autor ein buntes Panorama von Lebensgeschichten und setzt sie in Beziehung zum jeweiligen Zeitgeschehen.«
Norbert F. Pötzl, SPIEGEL online

»Es gibt Häuser in Hamburg, die sind wahre Geschichtsbücher ... Das fesselnde und detailreiche Buch zeichnet das Leben in dem Haus Jahr für Jahr zwischen 1922 und 1948 nach.«
Peter Helling, NDR

»... sehr bewegender historischer Roman ... meine absolute Empfehlung für die Weihnachtsferien«
Der Hamburger

»Wer den dickleibigen, reich bebilderten Band zur Hand nimmt, gewinnt dank des Faktenreichtums eine umfassende Vorstellung der damaligen Verhältnisse. ... Diesem komplexen Werk ... ist zu wünschen, dass es viele Leserinnen und Leser finden möge.«
Jürgen Sielemann, Zeitschrift der Hamburger Gesellschaft für jüdische Genealogie

»Sechs Stockwerke Vergangenheit ... Sehr umsichtig führt Batz so durch die Jahre, einen Roman aus Tatsachen, so nennt Batz sein Buch.«
Frank Keil, taz nord

»Die Spurensuche wurde zu dem ebenso sachlichen wie bewegenden Buch ... tragisch, schockierend und bis in alle Ewigkeit schuldaufgeladen und beschämend.«
art

»Könnte das Haus in der Rothenbaumchaussee 26 sprechen, wäre es ein unvergleicher Zeuge deutsch-jüdischer Geschichte.«
Eimsbüttler Nachrichten

»In den 30er Jahren inszenieren die Nazis Aufmärsche in der Straße. Jüdische Hausbewohner fliehen ins Ausland ... Es ziehen Menschen ein, die sich mit dem NS-Regime arrangieren oder gleich strammes NS-Mitglied sind ... ›Man entdeckt in diesen 100 Jahren eigentlich sehr viel mehr als Biografien von Einzelpersonen, sondern man entdeckt eine Gesamtbiografie, eine deutsche Gesamterzählung ... Fast alle Häuser haben ihre Geschichten verloren in diesem Quartier, und es ist so: wenn man jetzt an die Häuser klopft, dann kommen auch die Geschichten wieder heraus. Aber man muss klopfen.‹ [O-Ton MB]«
NDR, DAS!

»Je näher wir rangehen, desto mehr Details aus seiner bewegten Geschichte kommen zum Vorschein. Viele Hamburger Leben hinter einer schweren Tür.«
NDR, hamburgjournal

»Faszinierender Rotklinkerbau an der Rothenbamchaussee … Was Michael Batz mit seinem Team beispielhaft am ›Haus des Paul Levy‹ recherchiert hat, berührt nicht nur die heutigen Bewohner … sondern selbstverständlich auch die Nachfahren der ersten Generation.«
Hamburger Abendblatt
drucken