Autor/-in Victoria Overlack
Herausgeber/-in Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH)

Zwischen nationalem Aufbruch und Nischenexistenz
Evangelisches Leben in Hamburg 1933-1945

Forum Zeitgeschichte, Bd. 18
474 Seiten
29 Abbildungen
Hardcover
Format: 16 x 24 cm
ISBN 10: 3-937904-45-x
ISBN 13: 978-3-937904-45-0
30.00 €

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»Wir sagen freudig Ja zu dem neu Gewordenen. Wir freuen uns von Herzen, daß unser Volk sich zurückgefunden hat aus Verirrung in marxistische und scheinbar religiös neutrale, in Wirklichkeit aber atheistische Bahnen …« Pastor Bernhard-Heinrich Forck, 1933

Angestoßen durch die nationale Initialzündung 1933 vollzog auch die Hamburger ev.-luth. Landeskirche weit reichende strukturelle und personelle Umbrüche. Diese Veränderungen wirkten sich bis an die Basis kirchlichen Lebens aus. Nach der anfänglichen Begeisterung richtete sich das evangelische Leben mehr und mehr in den verbliebenen Nischen ein.


Stark national und konservativ denkend, geprägt durch die Erfahrung einer dramatischen Abwanderung vieler Mitglieder, begriff auch die kirchenleitende Elite Hamburgs die politischen Entwicklungen im Frühjahr 1933 als Chance für eine breite Missionierung unter den kirchenfernen evangelischen Christen. Die nationale Initialzündung inspirierte zu einem Bruch in der Organisationsstruktur der Landeskirche. Die traditionell kollegial geführte Landeskirche wurde hierarchisch umgebildet, das Bischofsamt ebenso eingeführt wie das aus dem politischen Raum übernommene »Führerprinzip«. Diese Umbildung wirkte sich bis auf die untersten Ebenen evangelischen Lebens aus. Die Mehrheit der evangelischen Christen befand sich zu Beginn aufgrund ihrer national-konservativen, anti-modernistischen und vor allem anti-marxistischen Gesinnung durchaus im Einklang mit der Politik der Nationalsozialisten. Nachdem ein kirchenpolitischer Kampf um die »richtige« Haltung zum Bekenntnis ausbrach, verstärkte sich der politische Druck von außen. Das evangelische Leben an der Basis zog sich darauf in Nischen zurück, in denen dieser Streit eine immer geringere Rolle spielte.

»Auf 350 Seiten wirft das Werk zum ersten Mal einen fundierten Blick auf das evangelische Leben an der Basis der Kirche zur Zeit des Dritten Reiches und leuchtet die Grenzen und Möglichkeiten der gelebten Frömmigkeit im nationalsozialistischen Staat aus.«
Hamburger Abendblatt
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